Mehr Raum, mehr Zeit, mehr Vielfalt – die EUROPA 2 kommt als frische Alternative zum Luxusklassiker auf den Markt und spricht eine neue Zielgruppe an.

Das Atrium der EUROPA 2 öffnet sich nach außen und lässt so besonders viel Licht ins Treppenhaus (Foto: pg)

Das Atrium der EUROPA 2 öffnet sich nach außen und lässt so besonders viel Licht ins Treppenhaus (Foto: pg)

Wie funktioniert legerer Luxus?“ – Mit dieser Frage kamen viele der geladenen Vorab-Gäste an Bord der EUROPA 2 von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten. Schnell gab es die erste Antwort: Luxus zeigt sich in der baulichen Substanz. Holzkassetten, versilberte Zierelemente oder beleuchtete Zwischenebenen – die extra hohen Decken auf dem vom öffentlichen Leben geprägten Deck Vier lassen viel Spielraum für eine einzigartige Gestaltung und Leichtigkeit. Mit dem Luxusgut Raum auf hoher See wurde bei dem Neubau geradezu verschwenderisch umgegangen: Kein anderes Schiff bietet derzeit so viel Platz pro Passagier.

Kein Wunder: „Baut das beste Schiff der Welt“, lautete der Auftrag an Henning Brauer, den Leiter des Neubauprojekts. Zwölf Hapag-Lloyd-Mitarbeiter kümmerten sich auf der STX-Werft um unterschiedliche Bereiche der Bauaufsicht. Ein Klimatechniker entwickelte etwa innerhalb von zwei Jahren eine ausgefeilte Anlage, die beispielsweise die Belastung durch Zigarettenrauch in den Innenräumen minimiert. So gibt es erstaunlich viele Raucherbereiche an Bord – und das ist nur eine Form der Freiheit.

Leger ist auch der Tagesablauf:  Neben dem Ausflug um neun Uhr morgens gibt es noch einen zweiten um elf Uhr, damit die beruflich eingespannten Passagiere im Urlaub ausschlafen können. Gegessen wird nicht zu festen Tischzeiten, sondern nach persönlichem Gusto bis 23 Uhr, in sechs verschiedenen Restaurants. Die Auswahl reicht von internationaler Küche im „Weltmeere“ über asiatische Schärfegrade im „Elements“ bis hin zu italienischen Kreationen im „Serenissima“. Der Fokus liegt auf leichten, modernen Rezepten, so Küchenchef Stefan Wilke.

Die französische Haute Cuisine im „Tarragon“ fand auf der Einführungsfahrt die meisten Fans. Hier ist jedoch nur abends geöffnet, da der Souschef vormittags Kurse in der Kochschule abhält. Das Buffetrestaurant wartet allabendlich mit Hummer und Tischen im Freien auf. Daran angeschlossen ist die Sushi Bar, selbstverständlich im Preis inkludiert. Für das Abendessen können Tische zwei Tage im Voraus reserviert werden, zunächst jeweils nur einmal pro Kabine und Restaurant, damit jeder Gast in den Genuss aller Angebote an Bord kommen kann. Da die Gesamtkapazität der gastronomischen Angebote 20 Prozent über der maximalen Passagierzahl liegt, sollte es nicht zu Engpässen kommen.

Wem der Sinn nach einem eigenen Menü steht, der kann zudem das Speisezimmer mieten, Kostenpunkt 1.500 Euro für bis zu 16 Personen. Für Weinliebhaber gibt es Degustationsmenüs im Grand Reserve, bei denen die Speisen die Weine begleiten und nicht umgekehrt. 450 Rebsäfte im Preisrahmen von 25 bis 2.000 Euro pro Flasche sind an Bord. Aufgrund der exzellenten Auswahl und der individuellen Gästewünsche habe man sich gegen ein All-inclusive-Konzept entschieden, erklärt die Reederei. Dieses sei beim Test auf der COLUMBUS 2 nicht unumstritten gewesen. Und ein EUROPA-Gast lasse sich noch viel weniger vorschreiben, welche Weine im Preis inklusive sind. Bei einem Tagespreis von 800 Euro laufen die Nebenkosten ohnehin unter ferner liefen. „Unsere Gäste bezahlen ihre Reise aus Kapitalerträgen“, beschreibt Produktleiter Henning Brauer die Kundschaft. Auch die Ownersuiten sind bereits über den Tresen gegangen, verrät eine Reisebüroinhaberin, für etwa 50.000 Euro pro Woche.

Die anderen Top-Partner haben ebenfalls bereits Kunden im Sinn, auf die das Konzept passt. Dabei handelt es sich zumeist nicht um Kreuzfahrer. Dass der Markt der Luxuskunden begrenzt ist, weiß auch Hapag-Lloyd Kreuzfahrten-Geschäftsführer Wolfgang Flägel. Mit einer Auslastung von gut 50 Prozent ist er im ersten Jahr zufrieden. Zunehmende Vermarktungsaktivitäten in den englischsprachigen und Beneluxländern sollen zudem den Anteil internationaler Gäste in den kommenden drei bis fünf Jahren auf einen 15 Prozent steigern. Auch Skandinavien habe Potenzial und werde derzeit als neuer Quellmarkt geprüft, so der Manager. Zumal man hier von der Vernetzung der Muttergesellschaft TUI profitieren könne.

Blick in eine Standardkabine … (Foto: pg)

Blick in eine Standardkabine … (Foto: pg)

Eine Kannibalisierung mit der „Europa“ sei nicht zu erwarten. Dafür seien die Konzepte zu unterschiedlich. Der Neubau stellt allerdings für offene Gäste mit einem erhöhten Platzbedarf eine gute Alternative dar: Von den begehrten Penthouse-Suiten sind deutlich mehr an Bord. Aufgestockt wurde auch die Anzahl der besonders gelungenen Spa-Suiten mit Tageslichtbad, Dampfsauna und Whirlpoolwanne. Die Ownersuiten erreichen mit 100 Quadratmetern Grundfläche neue Rekorde. Aber auch die Ocean- und Verandasuiten bieten mit 28 Quadratmetern Wohnraum plus großzügigem Balkon viel Komfort. Einzig die Familienunterkünfte erinnern an Kabinen der Standardklasse, wenn auch mit großem Balkon. Keine Kabine ohne Veranda lautet die innovative Losung an Bord. Die Ausstattung lässt ebenfalls keine Wünsche offen: Ein begehbarer Kleiderschrank sowie das ausgefeilte Lichtkonzept mit unterschiedlichen Szenarien gehören dazu.

Überzeugend ist das Angebot im Bereich Spa und Fitness. Auf 1.000 Quadratmetern finden sich vier Saunen, Wärmeliegen, ein eigener Außenbereich und ein gut ausgestattetes Fitnessstudio. Zwei Sporthosts bieten 12 kostenfreie Kurse pro Tag an, gegen Aufpreis stehen ein Personal Trainer sowie ein Golf Pro zur Verfügung. Die Preise für Behandlungen sind mit Angeboten an Land vergleichbar.

Passend zum Gesamtkonzept wurde darüber hinaus ein frisches Entertainmentprogramm entwickelt. Politik- und Kulturexperten statt landeskundlicher Lektoren, junge Talente in eigenen Productionshows statt Stars aus der Klassik. Vier unterschiedliche Shows finden auf einer zweiwöchigen Reise statt – ambitioniert, persönlich, international und ohne Kostüme. Alle drei Monate kommt ein neues Ensemble an Bord. Eine achtköpfige Band sorgt im Jazzclub für eine Alternative, einmal pro Woche findet eine Poolparty statt.

50 Prozent der Crew an Bord stammt derzeit von anderen Hapag Lloyd-Schiffe, 50 Prozent wird neu eingearbeitet. Das neue Restaurantkonzept stellt eine Herausforderung dar – für die 66-köpfige Küchencrew ebenso wie den Service. Anfängliche Reibungsverluste macht das junge Team mit viel Charme und Herzlichkeit wieder wett. Und in Kürze werden mit Sicherheit auch die Feinheiten dem hohen Firmenstandard entsprechen.