Ibiza Stadt wacht gerade aus dem Winterschlaf auf. Die Strandpromenade sowie viele Geschäfte und Bars sind eine einzige Baustelle. Aber die Calle Virginia gibt sich wirklich Mühe, die Metalheads zu empfangen. Alle schwarzen Klamotten, die sich finden ließen (und das sind vermutlich nicht viele auf der Insel mit Dresscode: Weiß) hängen draußen, ebenso wie Accessoires mit Piratenmotiven.

Am Abend beim Konzert auf dem Kastell feiern die Spanier gemeinsam mit den deutschen Gästen. Die gesamte Stadt wird beschallt. Nach der Rückkehr spielt auf dem Pooldeck noch der Comedian Bembe. Auch nach der Abfahrt um drei Uhr nachts wird weitergefeiert: Metal-Karaoke bis sechs Uhr morgens. Erstaunlich, dass trotzdem so viele Leute schon wieder morgens unterwegs sind.

Die Metalheads fahren auf Palma mit der Bahn nach Sóller. Der „rote Blitz“ ist eher eine braune Bummelbahn – Nostalgie pur. Unterwegs sieht man jede Menge Oliven-, Orangen- und Zitronenbäume, hohe Berge, terrakottafarbene Häuser und ein, zwei größere Städte. Die deutschen Rentner in dem beschaulichen Örtchen schauen nicht schlecht, als der Pulk von 40 Schwarzgekleideten anrauscht. Sehr amüsant!

Beim Essen lerne ich, dass es eine Full Metal Cruise-Facebookgruppe mit 900 Mitgliedern gibt. Ein Rollifahrer, der zum inner circle von circa 40 Leuten gehört, erklärt: „An Bord zu kommen, war wie Nachhausekommen. Das ist hier betreutes Feiern und Saufen.“ Inzwischen könne er sich auch vorstellen, mit einer Truppe Freunden mal auf eine „normale“ Kreuzfahrt zu gehen.