Wenn man das erste Mal nach einer Transatlantikpassage mit der Queen Mary 2 nach New York eingefahren ist, kommt einem die nächste Anreise mit dem Flugzeug unglaublich schnell vor. So geschehen Ende Oktober auf meinem Weg zur AIDAluna. Zum Ausgleich fühlten sich die zwei Tage in New York unwirklich lang an, dank der unzähligen Eindrücke.

Am ersten Abend durfte ich mein erstes „eatwith“-Dinner erleben – eine geniale Sache: Man darf bei Kochbegeisterten zuhause essen und bekommt gegen einen Unkostenbeitrag von Einheimischen Tipps zu besuchten Orten. Im Financial District lädt beispielsweise Zuhra zum afrikanischen Dinner und erzählt nicht nur Interessantes über das Leben in New York, sondern auch über ihre Heimat Nigeria. Das Essen schmeckt unglaublich lecker und Zuhra hat auch eine ganz logische Erklärung dafür: Vielleicht liegt es daran, dass die Afrikaner nicht so viele Lebensmittel haben. Aus dem, was sie haben, wollen sie dann auch das Beste machen.

Der New Yorker Central Park wird vom Licht wachgeküsst.

Der New Yorker Central Park wird vom Licht wachgeküsst.

Satt und zufrieden falle ich in mein Bett an Bord der AIDAluna, um am nächsten Morgen dank Jetlag früh aufzuwachen. Ich will ‚the city, that never sleeps’ beim Aufwachen erwischen. Ein Blick aus dem Balkonfenster zeigt, dass ich keine Chance habe: Auf der Straße vor der Pier stehen bereits Hunderte Triathleten, um bei strahlendem Sonnenschein in die Pedale zu treten. Na gut, dann wenigstens Central Park im Morgenlicht. Im Kaffeeladen läuft „I am a smalltown girl, living in a smalltown world“. Und ich verstoße mit meinen Stiefeletten gegen den Dresscode: Jeder, aber wirklich jeder im Central Park trägt Sneakers. Noch sind keine Touristen in Sicht, die Hunde dürfen freilaufen, die Sonne glitzert durch die Bäume.

Aller guten Dinge sind drei – gegen Mittag also zurück aufs Schiff für Highlight Nummer Drei bei diesem New York-Aufenthalt: die J Autumn Fashion Show von Jessica Minh Anh. Das Model ist bekannt für großformatige Modenschauen – in diesem Jahr lautet ihr Motto „Wasser“. Nach Sydney und der Seine soll es nun also ein Kreuzfahrtschiff sein. Kapitän Mey hat die AIDAluna extra rückwärts eingeparkt, was angesichts der starken Hudsonströmung und ordentlich Wind gar nicht so einfach war. Und haben sich alle geladenen Gäste auf den weißbehussten Stühlen niedergelassen, geht es auch schon los: Edle Roben schweben über das Teakholz, wäre die Reling nicht auf den Fotos zu sehen, könnte man glauben, die Models schwebten über dem Hudson. Haute Couture vor dramatischer Kulisse – die Kameras klicken im Akkord. Derart inspiriert muss man einfach ganz schnell noch einmal ins Outlet zu den Designerkreationen vor dem Auslaufen im Abendlicht – das nenne ich perfekte 24 Stunden!