Auf der NORWEGIAN BREAKAWAY lässt sich ein wichtiger Trend der Kreuzfahrtindustrie beobachten: Das Schiff wird zur Destination. Dank Shows während des Essens sowie Hochseilgarten und Freefall-Rutsche kommt garantiert keine Langweile auf.

Die 4.028 Passagiere fassende NORWEGIAN BREAKAWAY bietet vorwiegend US-amerikanischen Passagieren die Möglichkeit, ab New York aus ihrem Alltag auszubrechen. Im Sommer geht es zu den Bermudas, im Winter stehen die Bahamas und Florida auf dem Programm. Mit einem klaren Bekenntnis zum Heimathafen setzt sich das Schiff von der Konkurrenz ab: Das zeigt sich bereits bei der Rumpfbemalung, die vom Pop-Art-Künstler Peter Max gestaltet wurde und Charakteristika des „Big Apple“ zeigt. Taufpatinnen des Schiffes sind die „Rockettes“ – das Tanzensemble der Radio City Music Hall zeigt auch nach der Einweihung regelmäßig Präsenz an Bord. Der New Yorker Jazz- und Bluesmusiker Slam Allen wechselte von der NORWEGIAN EPIC auf den jüngsten Neubau. Und auch kulinarisch wird das Thema umgesetzt: HotDog-Stände, Kuchen vom Cake-Boss Buddy Valastro, und Seafood von Geoffrey Zakarian, der in New York mehrere Restaurants regiert.

Und dennoch ist der größte Kreuzfahrer, der jemals auf der Meyer Werft gebaut wurde, deutlich europäischer gestaltet als die anderen Flottenmitglieder. Tillberg Design aus Schweden und SMC Design aus Großbritannien zeichnen verantwortlich für dezente Farben, elegante Möbel und edle Details. Die Wave-Kabinen der „Norwegian Epic“ sind passé, geräumige Badezimmer überzeugen auch in den preiswerteren Kabinenkategorien.

Das gibt es nur bei NORWEGIAN: die Eisbar (Foto: pg)

Das gibt es nur bei NORWEGIAN: die Eisbar (Foto: pg)

Der Restaurant-, Bar- und Entertainment-Komplex „678 Ocean Place“ stellt eine Konzentration des abendlichen Angebots über die Decks Sechs bis Acht dar. Leider steht ein halbes Deck weniger als auf der „Norwegian Epic“ zur Verfügung. Das Atrium  über die drei Decks geht von einem mediterran angehauchten Marktplatz aus, auf dem passenderweise das französische Spezialitätenrestaurant eine innenliegende Terrasse bietet. Das hochwertige Drei-Gänge-Menü kostet 20 US-Dollar Zuzahlung pro Person. Besonderes Merkmal der Norwegian Cruise Line ist das „Freestyle Dining“ – zum Dinner herrscht weder ein Dresscode noch gibt es festgelegte Zeiten. Gegessen wird zwischen 17:30 Uhr und Mitternacht. Über das Informationssystem in den Kabinen und an den Aufzügen lassen sich freie Plätze in den verschieden Restaurants schnell einsehen und reservieren. Dies ist auch 45 bis zwei Tage vor Antritt der Kreuzfahrt online möglich.

Von den 14 vollwertigen Restaurants an Bord sind sechs im Reisepreis inkludiert. Dazu zählt das Hauptrestaurant „Manhattan Room“ mit 632 Plätzen, in dem zum Abendessen die Tanzshow „Burn the Floor“ stattfindet. Wer einen etwas intimeren Rahmen bevorzugt, findet ein Deck tiefer im „Taste“ und im „Savor“ die gleiche Speisekarte auf deutlich weniger Sitzplätzen vor. Rund um die Uhr versorgt O’Sheehan’s die Passagiere mit Pub-Food, die Outdoor-Alternative für Burger & Co ist der „Uptown Grill“ auf dem Sonnendeck. Das kostenfreie Angebot wird durch das freundlich gestaltete Buffetrestaurant „Garden Café“ abgerundet. Die Auswahl an Spezialitätenrestaurants reicht von asiatischer Küche über die „Moderno Churrascaria“ bis hin zum klassischen Steakhouse. Darüber hinaus gibt es gegen Zuzahlung weitere Optionen wie die Gelaterie oder einen 24-Stunden-Pizzaservice.

"The Waterfront": Hier kann draußen gespeist werden (Foto: pg)

„The Waterfront“: Hier kann draußen gespeist werden (Foto: pg)

Eine großartige Neuerung: Die Restaurants und Bars auf Deck Acht haben einen Außenbereich auf der „Waterfront“, einer 400 Meter langen Promenade. Sie stellt eine wohltuende Verbindung zum Meer her, das aufgrund der zahlreichen Attraktionen an Bord ansonsten in den Hintergrund zu geraten droht. So dominiert auf dem Sonnendeck die nach Reedereiangaben größte Wasserlandschaft auf See, mit den ersten Freefall-Rutschen. Das Sportdeck ist von einem weiteren Novum geprägt: dem Hochseilgarten mit einer Planke, die über die Bordwand hinausreicht. Zur Ruhe kommen die Mutigen nach diesem Nervenkitzel ein Deck tiefer im „Spice H2O“. Der Erwachsenenbereich dient tagsüber als Sonnendeck und abends als Open-Air-Disco mit bestem Blick auf das Feuerwerk, das bei jeder Kreuzfahrt abgefeuert wird.

Gediegen geht es hingegen am Schiffsbug auf den Decks 15 und 16 zu, hier liegt der Suitenkomplex „The Haven“. Dessen Gäste erwartet neben dem eigenen Restaurant- und Barbereich ein Magrodom mit komfortablen Liegen sowie ein Außenbereich mit Sonneninseln am höchsten Punkt des Schiffes.

Die größte Suite misst 95 Quadratmeter und bietet einen großzügigen Balkon. Bei den meisten Suiten fällt der Balkon allerdings eher klein aus. Im Gegensatz zur „Epic“, wo sich fast alle Havensuiten in einem komplett abgeschlossenen Komplex befanden, ist auf der „Breakaway“ nahezu die Hälfte der Suiten ins normale Kabinengeschehen von Deck 9 bis 13 verteilt. Das gleiche gilt für die Spakabinen, die zwar in der Nähe des Spa liegen, aber keinen direkten Zugang haben. Der Fitness- und Wellnessbereich ist etwa ein Viertel kleiner als auf der „Norwegian Epic“. Eine 50-minütige Hot Stone-Massage schlägt mit 149 US-Dollar zu Buche. Der Tagespass für die Thermalsuite mit Sauna, Sanarium, Salzgrotte und Innenpool kostet 39 US-Dollar. Zu den neuen sportlichen Highlights zählt das Spinningangebot bei Schwarzlicht, eine Einheit liegt bei 30 US-Dollar.

Apropos Nebenkosten: Ein Beck’s kostet im O’Sheehans 5,95 US-Dollar, zuzüglich 15 Prozent Service Charge. Im Gegensatz zu den restlichen Schiffen der Flotte gibt es auf der „Norwegian Breakaway“ noch keine Getränkepakete. Man wolle den Bedarf erst genau analysieren, erklärte CEO Kevin Sheehan. Dieser Umstand bestärkt die Position des Flottenneuzugangs als Cash-Cow. Sheehan freut sich über das höchste Buchungsvolumen bei Einführung eines Neubaus in der Geschichte der Reederei – auf einem hohen Preisniveau. Auch aus Kontinentaleuropa kommen sechsmal mehr Buchungen für die Bahamasroute ab New York, seit die „Breakaway“ im Angebot ist. Europa gewinnt generell an Bedeutung für Norwegian Cruise Line: Von 2011 bis 2013 wurde die europäische Kapazität um 43 % auf 316.000 Betten gesteigert, berichtet Andy Stewart, Executive Vice President Global Sales and Passenger Services. Und die Zahl der europäischen Gäste stieg in 2012 um 25 Prozent.

Erst vor kurzem vollzog die Reederei den seit längerem anvisierten Börsengang – nach 18 Monaten kontinuierlichem EBITDA-Wachstum. Um dieses angesichts der wachsenden Konkurrenz beizubehalten, braucht es gute Konzepte und eine ausgeklügelte Hardware: So wurde auf der „Norwegian Breakaway“ jeder Zentimeter genutzt und die Zahl der Suiten erhöht – diese bauliche Leistung ließ sich die Reederei 900 Millionen US-Dollar kosten. Allerdings liegt das Verhältnis von Crewmitgliedern zu Gästen bei nur noch 1:2,5, was angesichts des hohen Serviceaufwands in den zahlreichen Restaurants etwas knapp bemessen ist. Darauf sollte bei der weiteren Expansion ein Augenmerk liegen.